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"I don't know, I just jump!"

Damit sprach der Finne Ville Kantee das aus, was viele dachten, erhielt doch der neue, in Hinterzarten erstmals getestete, Modus kaum positive Reaktionen. Die Ausgangsgleichung scheint einfach: Nach der Qualifikation werden 48 Springer in vier Gruppen von jeweils zwölf Mann eingeteilt. Aus jeder Gruppe erreichen die besten sechs das Halbfinale, zwölf Glückliche ermitteln im letzten Durchgang den Sieger. Die Punkte aus jedem Durchgang werden nicht mitgenommen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob dieses System gerecht ist, gleicht es doch eher einer Lotterie, in der, wie schon erwähnt, der Glücklichere gewinnt. Ginge es nach dem alten Modus, wäre Noriaki Kasai überlegender Sieger gewesen, so aber mußte er sich mit Rang drei begnügen und selbst Andreas Widhölzl, zweifellos ein würdiger Sieger, gab zu: "Das war eine Glückslotterie." Ebenso fragwürdig scheint die Tatsache, daß Hansjörg Jäkle und Ville Kantee, obwohl punktgleich mit Stefan Horngacher bzw. Tommy Ingebrigtsen nur deshalb nicht das Finale erreichten, weil sie eine niedrigere Startnummer hatten. Martin Schmitt wollte abwarten, wie sich dieser Modus bewährt, doch hat sich nicht schon gezeigt, daß die Belastung für die Athleten größer ist? Und was passiert, wenn der letzte Durchgang aufgrund z. B. schlechter Wetterverhältnisse nicht gesprungen werden kann? "Das wäre in der Tat ein Problem", so Martin Schmitt. Wolfgang Steiert dachte als Alternative an, beispielsweise "die besten vierundzwanzig zweimal springen zu lassen". Bleibt also weiterhin abzuwarten, wie sich die Regeländerung entwickelt!? Doch nicht nur der Modus, sondern auch das Material erhielt in Hinterzarten ein neues Regelwerk, was am Samstag u. a. noch zu einer Disqualifikation von Andreas Goldberger führte, aber durch nächtliche Schneiderarbeiten bis zum Sonntag hatte auch dieser Anzug seine nach den neuen Materialbestimmungen, die den aerodynamischen Anteil reduzieren sollen, richtige Größe. Doch der Goldi war nicht der Einzige, der "a fesche Schneiderin" suchte, wenn auch nur er derjenige war, der dies über das Mikrofon des Stadionsprechers verlauten ließ. Auch die anderen Sportler, die tags zuvor ihre zu weiten Anzüge mit Klebeband getaped hatten, mußten wohl eine Nachtschicht eingelegt haben, damit im Wettbewerb am Sonntag alles korrekt verlaufen konnte, hatte FIS Renndirektor Walter Hofer doch am Vorabend erklärt, "daß dies nicht sein Problem sei, wenn etliche Springer disqualifiziert werden müssen."



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