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Mein Wecker klingelte um 5:15 und im Radio lief der Song „President of Boarderland“, wie passend. Meine Freundin und ich quälten uns aus den Betten um den Zug um 6:30 in Richtung
Hannover zu schaffen. Die Zugfahrt dauerte etwa 3,5 Stunden und wir vertrieben uns die Zeit mit Frühstücken und Reden. Schöne Grüße übrigens an die Jungens, die mit uns im Abteil gesessen haben, hoffentlich habt ihr endlich ausgeschlafen!! Die Nacht muss ja ziemlich hart gewesen sein! In Bad Harzburg enterten wir den Bus in Richtung Braunlage. Dort wanderten wir erstmal in Richtung Kurverwaltung um Karten zu kaufen. Dann bissen wir uns aber in den Hintern, denn die Karten gab es nur an der Talstation. Also den ganzen Weg zurück und nochmal neu gestartet. Aber so schlecht war das gar net, denn wir sind ja sportlich und trafen auf dem Weg zur Talstation die ersten Springer, die uns aus ihren Bussen heraus angrinsten. Entweder wir sahen so gut aus, dass sie sich die Hälse nach uns verdrehten, oder aber wir waren eindeutig als Fans zu erkennen gewesen. Aber ich glaube eher ersteres! *gg* Die Fahrt nach oben zur Schanze war einfach traumhaft, denn die Sonne schien vom ganzen Himmel und man hatte eine weite Sicht über den gesamten Harz. Meine Freundin meinte, man hätte sogar die Zugspitze ganz weit entfernt sehen können. Naja, sie war anscheinend ein bissl zu früh aufgestanden. Vielleicht vertrug sie die Höhenluft auch nicht. Droben ging es dann richtig los. Zum Auslauf schlitterten wir einen ziemlich steilen, glatten schneebedeckten Abhang hinunter- ich fluchte, denn wenn ich das gewusst hätte, hätt ich meine Ski mitgenommen. Leid taten uns die älteren Menschen, nicht aber diese netten Sahneschnitten, die in Minirock und hochhackigen Schuhen an die Schanze kamen. Aber so hatten wir wenigstens was zum Lästern.*gemein* Als wir endlich unten waren, ein dreifaches Hoch auf unsere Bergsteigerschuhe!!, war noch net viel los. Bis die Quali begann, hatten wir noch genügend Zeit um uns an der Schanze umzusehen und schon mal ein paar Autogramme einzusammeln. Zum Beginn der Quali suchten wir uns einen Platz am Auslauf und bejubelten jeden Springer der nach unten gesegelt kam. Die Springer freuten sich darüber. Naja, kann auch sein, dass sie sich über uns lustig machten, so wie sie gegrinst haben. Aber eigentlich haben sie sich doch gefreut, wir uns natürlich auch. Vor allem als Neumi dann sagte, wir würden uns dann nachher sehen. Hui, kamen wir uns toll vor, als die weiblichen Fans uns eifersüchtig anschauten. Wer weiß, vielleicht waren wir ja ernstzunehmende Konkurrenz!*g* Aber Mädels seid beruhigt, wir sind glücklich vergeben! Ihr habt also noch Chancen. Langsam fühlte sich die Schanze und wir kamen immer schlechter an die Springer dran. Bis man ein Autogramm oder ein Foto bekam, musste man ziemlich lange anstehen. Aber wir waren ja schon bei mehreren Springen und wussten, dass wir danach bessere Chancen hatten. Die Kreischies stürzten sich sogar auf die kleinen 13-jährigen Vorspringer, die gar nicht wussten wie ihnen geschah. Also drückte so ein Knirps erstmal einem Mädel seine Ski mit einem: „Da halt mal!“ und seinen Helm einem anderen in die Hand und setze seine Unterschrift auf den Zettel. Meine Freundin und ich bekamen einen totalen Lachanfall und der Kleine meinte nachher im Vorbeigehen: „Nee, Nee, Sachen gibt’s!“ und lachte. Die Springer mussten um zur Schanze hoch zu kommen an uns vorbei und waren auch immer ganz freundlich, wenn wir sie angesprochen haben. Natürlich haben wir das net in der Vorbereitungsphase gemacht, sondern nach dem Sprung. *erfahrung* Ein Dank nochmal an Stefan, dass er mir so eindrücklich gezeigt hat, wie er seine Ski präpariert!! Ich hab’s bei meinen auch ausprobiert, aber es kam nicht so gut! Sorry, ich brauch wahrscheinlich nochmal ne Einweisung. Wie schaut’s aus? Bist du in Oberhof dabei?;-) Aber dann bitte mit besserem Hochdeutsch, dir zuzuhören war ganz schön anstrengend! Aber du bist ein echt feiner Kerl!! *verführerischer Augenaufschlag* Ins Fettnäpfchen bin ich natürlich auch noch getreten. Es musste ja passieren. Ich holte mir von einem Finnen ein Autogramm, der aber ziemlich mürrisch war. Beim Weggehen meinte ich so zu meiner Freundin: „Du, der Matti ist aber um einiges netter!“ Der Finne hatte mich verstanden und starrte mich ganz finster an!*peinlich* Aber was soll’s. Das Springen an sich war dann ziemlich spannend, denn der Schanzenrekord wurde mehrmals übertroffen, bis er bei 98m blieb. Auch die zahlreichen anderen Besucher bejubelten jetzt die Springer und wir schrien Jörg zu seinem zweiten Sieg am dem Wochenende. Danach stürmten wir den Auslauf und gratulierten ihm zu seinem Sieg. Meine Freundin stürmte allerdings erstmal zum Manuel um ein Foto mit ihm zu machen. Schade, dass ein anderes Mädel die gleiche Idee hatte und er hatte die schwere Entscheidung in welche Kamera er nun schauen sollte. Aber er entschied sich für die beste Lösung und grinste meine Freundin an. Nach dem Springen liefen wir noch zu Frank und redeten mit ihm. Seine Sprünge waren net so gut gewesen und er wirkte ein bissl bedrückt. Als ich dann aber auf Schweizerdeutsch nach einem Foto fragte, musste er lachen. „Du bist aber ein komischer Vogel. Fährst Ski und lässt dir vom Stefan das Wachsen erklären (woher wusstest du?) und wenn man dich fragt, wo du herkommst, sagst du aus einem kleinen Heidedorf und dann laberst du schweizerdeutsch!“ Da fingen wir an zu lachen und konnten gar net mehr aufhören. Schließlich bekam ich mein Foto doch noch.(Merci nochmal an das Mädel, dass es gemacht hat!!!! Hab aber leider deine Adresse verloren! Wenn du das lesen solltest, kannst du dich ja irgendwie melden. Ich weiß leider auch nimmer mehr genau, wie du heißt. Ich glaub Sabrina(?) oder so!) Dann mussten die Springer los, weil sie vor der Abfahrt nochmal ins Hotel mussten. Ach ja, net zu vergessen die Siegerehrung, bei der Stefan aufs Treppchen kletterte, obwohl er nur vierter geworden war. Aber er hat’s mit Humor genommen.*freu* So sollte es nämlich sein. Und ich hab einen tollen Schnappschuss mehr für meine Fotosammlung. Naja, dann war’s nimmer mehr so spektakulär. Wir kraxelten den Weg wieder hoch, fuhren mit der Bahn wieder nach unten und warteten eine 3/4 Stunde erstmal in der Kälte auf den Bus nach Bad Harzburg. Gerade als uns richtig langweilig wurde, fuhren die Österreicher an uns vorbei. Ein letztes Winken und ein Lächeln von Stefan und sie waren vorbei. In Bad Harzburg hatte unser Zug erstmal über eine Stunde Verspätung und wir verpassten unsere Anschlüsse. So kamen wir totmüde und viel später als geplant zu Hause an. Die Lehrer mögen uns verzeihen, dass wir am Montag dann die eine oder andere falsche Antwort gegeben haben, aber man muss ja Prioritäten setzten und das war leider nicht die Schule. Aber das We war ja auch ganz lehrreich. Ich weiß jetzt zumindest jetzt wie man auf österreichisch seine Ski wachsen muss! Und wir haben uns geschworen beim nächsten Springen in Oberhof dabei zu sein, damit wir net nur die Schanzen in Engelberg, St. Moritz, Braunlage und Garmisch kennen! Eine Information noch: Stefan wird hier nur so oft erwähnt, weil wir am meisten mit ihm geredet haben!! Aufgrund mehrerer Nachfragen stelle ich das hier mal richtig! |
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